Wie kühl ist die „Kalte Sophie“ wirklich?
Vom 11. bis 15. Mai feiern wir die Eisheiligen: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius – und zum Abschluss die „Kalte Sophie“.
Die dazugehörige Regel ist schnell erzählt: Erst nach der Kalten Sophie soll der der Nachtfrost endgültig vorbei sein. Die Frage ist nur, ob das wirklich gilt.
Ich habe mir dazu Daten einer DWD-Station in meiner Nähe angesehen.
Im Mai selbst ergibt sich in den letzten Jahrzehnten ein ziemlich ruhiges Bild: Nach der zweiten Monatshälfte tritt Frost praktisch nicht mehr auf. Die Eisheiligen kommen also in einer Phase, in der sich die Temperaturen bereits entschieden haben, den Winter nicht mehr zurückzuholen.
Noch aufschlussreicher ist der Blick auf den letzten Frosttag im Jahr. Der liegt in den meisten Fällen deutlich früher – häufig im März oder April. Die eigentliche Frostsaison ist damit meist schon abgeschlossen, bevor die Eisheiligen in Erscheinung treten.
Die Eisheiligen wirken damit weniger wie eine meteorologische Grenze, sondern eher wie eine sehr vorsichtig gezogene Sicherheitslinie aus einer Zeit, in der Wetter eher beobachtet als prognostiziert wurde. Oder etwas nüchterner formuliert: Die Regel ist nicht falsch – sie ist nur konsequent auf der sicheren Seite, zumindest in meiner Region.
Ich freue mich auf jeden Fall auf den (frostfreien) Sommer!


