Muss Fußball verboten werden?

Ein Gedankenexperiment zur Frage, wie wir Korrelation und Kausalität unterscheiden.

Beim Statistischen Bundesamt (Destatis) findet man eine Auswertung der unterjährigen Sterbefallzahlen seit 2022. Betrachtet man die Entwicklung seit 2022, fallen Phasen mit erhöhten Sterbefallzahlen auf – im Winter 2022 sowie in den letzten Wochen.

Nun könnte man versuchen, nach gemeinsamen Ursachen zu suchen. Dabei stößt man auf eine interessante zeitliche Übereinstimmung:

Ende 2022 fand die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar statt. Aktuell läuft die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada.

Die Schlussfolgerung liegt nahe:

Fußball muss die Ursache sein.

Natürlich ist das Unsinn.

Aber genau deshalb ist dieses Beispiel interessant. Ein zeitlicher Zusammenhang allein beweist keine Ursache. Er kann eine Hypothese begründen – aber erst weitere Untersuchungen können zeigen, ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang besteht.

Wenn wir Korrelation mit Kausalität verwechseln, müssten wir folgerichtig die Berichterstattung über Fußballturniere vorsorglich verbieten. Sollten die Sterbefallzahlen bei den nächsten beiden Turnieren dann wieder im üblichen Rahmen liegen, hätten wir offenbar richtig gehandelt. Falls nicht, müssten wir die Maßnahmen ab 2034 noch einmal verschärfen.

Klingt absurd?

Ist es auch.

Genau deshalb sollten wir bei allen möglichen Ursachen dieselbe Frage stellen:

Welche Evidenz zeigt tatsächlich einen kausalen Zusammenhang – und was ist lediglich eine zeitliche Korrelation?

Denn eine Korrelation ist ein guter Ausgangspunkt für eine Untersuchung.

Aber sie ist kein Beweis.