𝑇ℎ𝑒 𝑚𝑜𝑟𝑒 𝑦𝑜𝑢 𝑙𝑒𝑎𝑟𝑛, 𝑡ℎ𝑒 𝑚𝑜𝑟𝑒 𝑦𝑜𝑢 𝑘𝑛𝑜𝑤.
𝑇ℎ𝑒 𝑚𝑜𝑟𝑒 𝑦𝑜𝑢 𝑘𝑛𝑜𝑤, 𝑡ℎ𝑒 𝑚𝑜𝑟𝑒 𝑦𝑜𝑢 𝑓𝑜𝑟𝑔𝑒𝑡.
𝑇ℎ𝑒 𝑚𝑜𝑟𝑒 𝑦𝑜𝑢 𝑓𝑜𝑟𝑔𝑒𝑡, 𝑡ℎ𝑒 𝑙𝑒𝑠𝑠 𝑦𝑜𝑢 𝑘𝑛𝑜𝑤.
𝑆𝑜 𝑤ℎ𝑦 𝑙𝑒𝑎𝑟𝑛?
Sätze, die nachvollziehbar klingen – und gleichzeitig zeigen, wie uns verkürzte Argumentationsketten oft in die Irre führen.
Klingt logisch – ist es aber nicht.
Schauen wir genauer hin:
Jede dieser Zeilen beschreibt einen zeitlichen Prozess. Lernen ist nicht „Wissen“, sondern Wissenszuwachs pro Zeit“. Man könnte sagen: Wer lernt, verändert seinen Wissensstand mit der Zeit.
Mathematisch entspricht jeder Satz einer Differentialgleichung – man erkennt es z.B. daran, dass Lernen die Einheit „Wissenszuwachs pro Zeit“ hat, also eine andere Einheit als das Wissen.
Mit anderen Worten: Die Sätze sagen, dass Wissen mit der Zeit durch Lernen wächst und andererseit im Lauf der Zeit vergessen wird. Es handelt sich also um ein Zusammenspiel von einem Wachstums- und Zerfallsprozess. Und wie er am Ende ausgeht, hängt letztlich von der Zeitkonstante des Vergessens und dem Wachstum durch den Lernprozess ab.
Solche verkürzten Kausalketten wie oben begegnen uns heute überall:
in Debatten, in den verschiedensten Medien – und leider auch bei Entscheidungsträgern und in der Politik.
Komplexe Systeme werden auf Schlagworte reduziert, die Dynamik der Prozesse wird ignoriert – und plötzlich wirkt das Ergebnis logisch, obwohl es nicht einmal die halbe Wahrheit zeigt.
𝗭𝘂𝗺 𝗧𝗿𝗼𝘀𝘁:
Die triviale Lösung der Differentialgleichung: Wer gar nichts weiß und auch nichts lernt, vergisst immerhin auch nichts.

